14. Juli 2008Training vergrößert Gehirne von Senioren

Jonglieren (Quelle: Pixelio)

Viele Menschen glauben, dass die Hirnleistung mit steigendem Alter abnimmt. Hirnforscher haben aber herausgefunden, dass sich die grauen Zellen noch bis in Greisenalter vermehren und neu verschalten können, wenn Sie genügend gefordert werden.

Das zeigt auch eine aktuelle Studie von Forschern des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und des Universitätsklinikums Jena: Ältere Menschen, die etwas Neues lernen, können ihr Gehirn zum Wachsen bringen. Bei der Untersuchung wurden 44 Personen zwischen 50 und 67 Jahren aufgefordert, Jonglieren zu lernen. Nach einer dreimonatigen Trainingsphase konnten die Wissenschaftler mittels Kernspinttomographie Vergrößerungen in bestimmten Gehirnregionen der Probanden feststellen, wie z.B. im visuellen Assoziationscortex, dem für das Lernen wichtigen Hippocampus und dem Belohnungssystem im Nucleus accumbens.

Nach einer dreimonativen Trainingspause wurde festgestellt, dass sich Teile der zuvor gewachsenen Gehirnregion wieder zurückgebildet hatten. Die Untersuchungsergebnisse wurden mit denen von 25 untrainierten Personen verglichen, bei denen sich keine Veränderungen zeigten.

“Das Ergebnis zeigt, dass die Veränderungen nicht nur auf das jugendliche Gehirn beschränkt sind”, sagte Forscher Arne May. Es hatten sich unter anderem Teile der grauen Substanz und des Hippocampus vergrößert. “Auch und gerade für ältere Menschen ist es daher wichtig, neue Herausforderungen zu meistern und Neues zu lernen”.

Während sich die Aufgaben im beruflichen Leben meist von alleine stellen, ist es im höheren Alter wichtig, sich selbst neue Ziele zu setzen. Ältere Menschen lernen allerdings anders als Jugendliche. Das Gehirn von Senioren kann auf erworbenem Wissen aufbauen, was eine hilfreiche Unterstützung darstellt, um neues Wissen zu strukturieren und einzuordnen. Wer etwas Neues lernen will, sollte nicht einfach nur auswendig lernen, sondern sich darauf konzentrieren, in größeren Zusammenhängen zu denken. Guten Lernerfolg hat man, wenn man einem anderen Menschen den Lernstoff erklärt, wie z.B. den eigenen Kindern oder Enkeln.

Am besten lernt es sich, wenn das Gehirn ausreichend durchblutet ist - und dazu muss man sich bewegen! Körperliche Aktivität macht den Kopf frei für Neues. Bewegung bringt nämlich den Stoffwechsel in Schwung und aktiviert die Nervenzellen, was im besten Falle zu neuen Hirnverbindungen führt.

Quelle und weiterführende Infos:
http://www.sueddeutsche.de
http://www.60pro.de/Geistig_fit_im_Alter
http://www.60pro.de/Training_fuer_die_grauen_Zellen

Dominik Birgelen
Dominik Birgelen
Geschäftsführer

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