13. Dezember 2008Deutschland wird immer älter

Senioren (Quelle: Pixelio)

Während im Jahr 2006 noch jeder zweite Bundesbürger jünger als 42 Jahre alt war, wird die Hälfte der Bevölkerung im Jahr 2025 älter als 47 Jahre sein - in den ostdeutschen Bundesländern sogar älter als 53 Jahre. Das zeigt eine neue Bevölkerungsprognose der Bertelsmann Stiftung.

„Unsere Analysen zeigen, dass sich das Leben und Zusammenleben in den Städten und Gemeinden durch den rasch fortschreitenden Alterungsprozess erheblich verändern wird“, sagte Johannes Meier, Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung, bei der Vorstellung der Bevölkerungsprognose 2025.

Handlungskonzepte Mangelware
Zwar sei das Bewusstsein für die Folgen des demographischen Wandels inzwischen deutlich gewachsen. Allerdings fehlten vielerorts immer noch kommunal-politische Schlussfolgerungen aus dieser Entwicklung und überzeugende Handlungskonzepte, mahnte Meier.

Anteil der Hochbetagten nimmt zu
Laut dem neuen Report steigt in den nächsten Jahren insbesondere die Zahl der alten Menschen überproportional an. So wird es bis 2025 etwa 70 Prozent mehr über 80-Jährige in Deutschland geben. Damit verdoppelt sich der Anteil der Hochbetagten an der Gesamtbevölkerung nahezu und steigt auf über acht Prozent. Spitzenreiter dieser Entwicklung werden ostdeutsche Städte wie Hoyerswerda (15,3 Prozent), Suhl (12,7 Prozent) und Dessau (12,1 Prozent) sein. Aber auch westdeutsche Städte wie Baden-Baden (10,8 Prozent) werden ihr Gesicht verändern.

Kommunen mit diesem Trend müssen nach Meinung der Bertelsmann Stiftung rasch umsteuern, weil beispielsweise durch den höheren Pflege- und Betreuungsaufwand altengerechte Wohn- und Infrastrukturangebote aufgebaut werden müssen.

Zahl der älteren Erwerbstätigen steigt
Auch die Wirtschaft sollte sich auf immer älter werdende Belegschaften einstellen. So wird die Gruppe der älteren potenziell Erwerbstätigen (45 bis 64 Jahre) laut den Ergebnissen der Demografen bis zum Jahr 2025 um 1,4 Millionen zunehmen. Die Zahl der jüngeren Erwerbstätigen (25 bis 44 Jahre) wird dagegen um 3,7 Millionen abnehmen. Da auch die Gruppe junger Menschen (16 bis 24 Jahre) um rund zwei Millionen zurückgehen wird, fehlt es nach den Ergebnissen der Bevölkerungsprognose 2025 an Nachwuchs für den Arbeitsmarkt.

So könnte sich beispielsweise in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern die Zahl der jungen Erwerbstätigen um die Hälfte reduzieren. Auf diese Entwicklung werden sich große und kleine Unternehmen mit altersgerechten Arbeitsbedingungen und zusätzlichen Investitionen in Qualifizierung und betriebliche Gesundheitspolitik einstellen müssen.

Quelle: http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-9229-2008-12-09.html

Dominik Birgelen
Dominik Birgelen
Geschäftsführer

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