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20. Mai 2008Verbesserung des Lebensalltags für Demenzkranke

Projekt H.I.L.DE
Das Bundesfamilienministerium will die Lebensqualität Demenzkranker verbessern und das Wissen über den richtigen Umgang mit der Krankheit fördern. Dafür soll das bisher stationär erprobte Verfahren H.I.L.DE, das Pflegenden eine individuell auf den einzelnen Kranken abgestimmte Versorgung ermöglicht, auf den ambulanten und häuslichen Bereich übertragen werden.
In Deutschland leidet etwa eine Million Menschen an einer Demenz. Jedes Jahr kommen etwa 250.000 Neuerkrankungen hinzu. Zwei von drei Demenzkranken werden zu Hause versorgt, meist von ihren Angehörigen. Rund 700 Einrichtungen mit mehr als 1.000 Bewohnerinnen und Bewohnern haben das vom Institut für Gerontologie der Universität Heidelberg in Kooperation mit der Sektion Gerontopsychiatrie an der Psychiatrischen Universitätsklinik entwickelte Verfahren erfolgreich erprobt. Damit ist das Projekt H.I.L.DE die differenzierteste Erfassung zur Lebensqualität demenzkranker Menschen, die in Deutschland bislang verwirklicht wurde. Das Bundesfamilienministerium unterstützt das Projekt mit insgesamt €800.000.-.
H.I.L.DE steht übrigens für “Heidelberger Instrument zur Erfassung der Lebensqualität Demenzkranker”. Mit H.I.L.DE öffnet sich auch die Tür zur innerern Welt von Menschen, die im fortgeschrittenen Stadium an Demenz leiden. Wir wissen jetzt, dass wir viel für die Lebensqualität Demenzkranker tun können. Das bedeutet für die Erkrankten, aber auch für ihre Familien und die vielen Pflegekräfte eine neue Perspektive.
Demenzkranke im fortgeschrittenen Stadium sind meist nicht mehr in der Lage, ihr Befinden und ihre Wünsche in Worte zu fassen. Dann wird es für professionelle Pflegekräfte wie auch für Angehörige oft schwierig, die Bedürfnisse zu erkennen und zu erfüllen. Der Stress für alle Beteiligten steigt. Das Verfahren, über eine Analyse der Mimik Betroffener mittels Videotechnik entwickelt, hilft den Pflegenden, Bedürfnisse auch schwerst Demenzkranker zu erkennen und Reaktionen richtig zu verstehen. Die erste Projektphase hat gezeigt, dass Demenzkranke auch in fortgeschrittenem Krankheitsstadium noch über eine reiche Palette an Emotionen und Empfindungen verfügen. Nach den gewonnenen Ergebnissen gibt es Wege, die Kranken zu erreichen und ihre Lebensqualität messbar zu steigern. Die Methoden und Hilfen, mit denen sich das Fortschreiten der Krankheit hinauszögern und die Folgen mildern lassen, sind jedoch noch wenig bekannt.
Erkenntnisse des Projekts
Erkenntnisse von H.I.L.DE sind unter anderem:
- Demenzkranke verfügen auch im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit noch über eine reiche Erlebnis- und Gefühlswelt, über die sie angesprochen werden können.
- Es lohnt sich differenziert zu diagnostizieren, welche Art von Demenz in welchem Stadium vorliegt.
- Konzentrierte zugewandte Ansprache der Demenzkranken durch ihre Umgebung kann wesentlich dazu beitragen, ihr Erregungsniveau deutlich zu senken.
- Soziale Kontake sind von hoher Bedeutung: Sie können belebend oder dämpfend auf das Wohlbefinden wirken, die Kranken reagieren auf unterschiedliche Personen anders (z.B. zuständiges Pflegepersonal).
- Das Wohlbefinden Demenzkranker kann auch durch die räumliche Umgebung sehr positiv beeinflusst werden (Lieblingsplatz).
- Auch schwerst Demenzkranke reagieren messbar positiv auf rekonstruierte Situationen, die in ihrem früheren Leben von wesentlicher Bedeutung waren (z.B. Singen für Opernsängerin).
Quelle: http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/Kategorien/Presse/pressemitteilungen
Wie kann Ihnen Seniorenland helfen
In unserem Sanitätshaus bieten wir viele Produkte und Informationen zum Thema Häusliche Pflege, die Sie bei der Betreuung von dementen Patienten unterstützen. Empfehlen möchte ich Ihnen das Buch “Wahrnehmen und Motivieren“, das insbesondere dementiell Erkrankten den passenden Schlüssel reichen möchte, damit diese die Schatztruhe ihrer Erinnerungen öffnen können. Sehr zu empfehlen ist auch das Buch “Malen mit Dementen“. Die Autorin hat viele Jahre als Beschäftigungstherapeutin mit alten, an Demenz erkrankten Menschen gearbeitet und gibt dieses Wissen regelmäßig in Seminaren weiter. Dort wurde sie immer wieder gefragt: “Wo kann man das alles nachlesen?” In diesem Buch finden Sie die Antwort.
Weitere Informationen
Weiterführende Informationen zum Thema Alzheimer finden Sie auch hier:
http://www.senioren-blogger.de/vermischtes/20-wochen-flagge-zeigen-fuer-junge-forscher.html
http://www.senioren-blogger.de/gesundheit/alzheimer.html
http://www.seniorenland.com/news/ratgeber/diabetes-erhoht-das-risiko-von-alzheimer.html
Dominik Birgelen
Geschäftsführer
Tags: Alzheimer, Demenz, Häusliche Pflege, Sanitätshaus
