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29. März 2009Sind Senioren-Zusatzversicherungen sinnvoll?

„Wer kennt ihn nicht, den „lieben Herrn Kaiser“, den freundlichen Berater in Versicherungsfragen. Tatsächlich laufen seine Geschäfte gut, vor allem mit Zusatzversicherungen für Senioren. Ein Artikel der Financial-Times-Deutschland (ftd) setzt sich damit auseinander. Halten die Versicherungen was sie versprechen?
Die Zielrichtung der Zusatzversicherer ist klar. Sie suchen den gesetzlich Versicherten jenseits der 60 Jahre und bieten dafür spezielle Tarife. Im Alter steigen die Lasten an Zuzahlungen für Zahnersatz, Sehhilfen, Heilmittel, Medikamente. Auch für Hilfsmittel wie Rollstühle, Kranken- und Rettungsfahrten, Verbandsmittel, bis hin zu Massagen und Krankengymnastik, sind Zuzahlungen fällig. Hier entlasten Zusatzversicherungen tatsächlich. Der Abschluss wird leicht gemacht. Es entfallen altersabhängige Beiträge, Höchsteintrittsalter und harte Gesundheitsprüfungen, die Älteren sonst den Zugang zum privaten Krankenversicherungsschutz verwehren.
Doch bleiben Leistungen beschränkt. Dies werde vor allem bei Zahnersatz deutlich. Bei Brücken, Kronen oder Prothesen übernehmen die gesetzlichen Kassen nur 50, bei regelmäßiger Vorsorge 65 Prozent der Kosten. Das gilt für die sogenannte Regelversorgung. Wer mehr haben will, muss den Differenzbetrag selbst zahlen. „Es kann passieren, dass der Kassenanteil dann nur 20 Prozent beträgt“, erläutert Karl-Heinz Weichelt vom privaten Krankenversicherer LVM, der dann noch weitere 20 bis 30 Prozent der Gesamtkosten übernehme.
Insgesamt aber scheinen sich Zusatzversicherungen zu lohnen, vor allem bei speziellen Seniorentarifen mit Monatsbeiträgen von 14 bis 71 Euro. Es gibt aber auch kritische Stimmen, wie zum Beispiel vom Bund der Versicherten. So kritisiert Banca Boss das Bündeln von mehreren Leistungen: „Damit läuft der Kunde Gefahr, dass er für Versicherungskomponenten bezahlt, die er gar nicht benötigt.“ Zudem seien in speziellen Fällen oft Einzelleistungen der Versicherungen besser, weil leistungsstärker. Auch beim Zahnersatz oder Leistungen für Sehhilfen gebe es Einschränkungen. Branchengrößen wie DKV, und KarstadtQuelle gehen zu den speziellen Seniorentarifen ebenfalls auf Distanz und empfehlen andere Vorsorgeformen. Zudem reichten die normalen Policen für Senioren völlig aus, ist sich Peter Endres, Vorstandsvorsitzender von KarstadtQuelle, sicher.
Quelle: www.ftd.de/unternehmen/gesundheitswirtschaft
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Dominik Birgelen
Geschäftsführer
Tags: Hanse Merkur, Senioren, Versicherung, Zusatzversicherung
