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1. August 2008Senioren-Führerschein: Autofahren bis ins hohe Alter?

Für die meisten Senioren ist es selbstverständlich, bis ins hohe Alter Auto zu fahren und mobil zu sein. Kaum jemand gibt den Führerschein freiwillig zurück. Senioren und der Führerschein ist ein heikles Thema, politisch und psychologisch.
Statistisch gesehen werden nicht mehr Unfälle durch Senioren verursacht, als durch junge Fahrer. Die lange Erfahrung der Älteren spielt dabei eine wichtige Rolle. Tatsache ist aber, dass im Alter wichtige Fähigkeiten wie Sehen, Hören und das Reaktionsvermögen nachlassen.
Die Behörden werden aktiv, wenn jemand im Verkehr auffällig geworden ist und dadurch Bedenken an seiner Fahreignung aufgekommen sind, wie z.B. bei einem Unfall. Dann kann die Fahreignung überprüft werden. Wichtig zu wissen ist aber, dass das Alter allein noch keine Überprüfung rechtfertigt. Die Auffälligkeit muss auch erwiesenermaßen mit dem Alter zu tun haben. Ein Unfall, der auch jedem jüngeren Fahrer passiert wäre, reicht also nicht aus, um den Führerschein in Frage zu stellen.
Anhand eines Gutachtens entscheidet die Behörde dann, wie es weitergeht. Oft reichen bestimmte Auflagen aus, um Probleme in den Griff zu kriegen. So kann die Behörde zum Beispiel ein “Nachtfahrverbot” oder eine “Umkreisbeschränkung” aussprechen. Manchmal genügt auch schon eine neue Brille. Solche Maßnahmen werden schriftlich angeordnet oder in den Führerschein eingetragen.
Eine Studie der Universität Köln soll die wissenschaftlichen Grundlagen für einen lokal begrenzten Senioren-Führerschein liefern. “In einer ganzen Reihe von Fällen ist es aus meiner Sicht möglich, dem Betreffenden die Fahrerlaubnis eingeschränkt zu belassen”, sagt Professor Egon Stephan, Leiter der Studie. “Denn bei den älteren Fahrern haben wir den Vorteil, dass ein Teil der nachlassenden Leistungsfähigkeit durch Erfahrung und Umsicht ausgeglichen werden kann. Daher kann man die Fahrerlaubnis oft mit der Auflage belassen, davon nur im Umkreis von 50 Kilometern um den eigenen Wohnort Gebrauch zu machen. Das hängt auch von den örtlichen Gegebenheiten ab. Auf dem flachen Land kann ich einen viel größeren Bereich nehmen, die Verkehrsverhältnisse sind da ja überschaubar. In der Großstadt kann das ganz anders aussehen. Entscheidend ist die Vertrautheit mit dem Umfeld.”
Wie kann man feststellen, ob man noch fahrtüchtig ist?
Wichtig ist, dass sich Senioren eingestehen, wenn sie an Grenzen stoßen. Eine (gesetzliche) Einschränkung von außen wird von Senioren allgemein abgelehnt - freiwillige Test erachten aber viele als sinnvoll. Wer fährt, ohne die gesundheitlichen Voraussetzungen zu erfüllen und andere Personen konkret gefährdet, macht sich sogar strafbar. Senioren können bei der Dekra, dem technischen Überwachungsverein, ihre Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen. Man kann aber beispielsweise einfach auch einen Fahrlehrer bitten, sich bei der nächsten Autofahrt neben einen zu setzen und eine Meinung abzugeben.
Bücherempfehlungen
Hier habe ich Ihnen noch einige Links für Bücher zum Thema zusammengestellt:
Altern und Autofahren
Mobilität älterer Menschen
Fit bleiben im Straßenverkehr
Sehen Sie hierzu auch:
http://www.seniorenland.com/news/studien/die-neuen-alten-immer-mehr-senioren-bleiben-mobil-und-fit.html
Quellen:
http://www.wdr.de/themen/verkehr/strasse02/senioren/interview.jhtml
http://www.rp-online.de/public/article/duesseldorf-stadt/595970/Wenige-Senioren-steigen-um.html
http://www.swr.de/ratgeber-recht/archiv/2006/09/16/index6.html
Dominik Birgelen
Geschäftsführer
Tags: Alter, Auto, Autofahren, Fit, Führerschein, Senioren, Straßenverkehr

Am 17. September 2010 um 09:44 Uhr
Frage: Kann man mit 60 Jahren noch Führerschein machen?
* Anmerkung der Redaktion:
… zur Zeit sieht das noch so aus,
… aber vielleicht fragen Sie mal beim ADAC nach.
Detlef Klemme
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Seniorenland GmbH
Am 22. Mai 2011 um 14:43 Uhr
Hallo,
habe einen Nachbarn (75 J), der Alzheimer hat und gesundheitlich sehr stark behindert ist (Versteifung Lendenwirbel, verkrümter Rücken, etc.), und der seit Neuestem wieder Auto fährt!
Hat wohl mit einer Fahrschule wieder “Fahren” geübt und glaubt nun, wieder fahren zu können!
Dieser Mann - wenn man ihn anspricht - braucht unendlich lange um eine Antwort zu finden, und erzählt sodann sogleich von vor dem Krieg…. zittert wie Espenlaub und braucht sehr sehr lange um ca. 10 m Weges zu laufen!!!
Wieso hat diese Fahrschule nicht vom Fahren abgeraten.?!
M-E. ist dieser Mann eine Gefährdung für jeden Verkehrteilnehmer und für sich selbst auch.
Schlimm
mfG
Am 8. Dezember 2011 um 16:40 Uhr
Guten Tag,
ich finde das diese Thematik ziemlich interesant ist!
Ich hab mich mal im Internet nach interesante und vorallem qualitativen Artikeln umgeschaut und habe einen lesenswerten gefunden: http://www.pflegedienst24-bremen-ost.de/de/aktuelle-infos/muss-ich-meinen-fuehrerschein-im-alter-abgeben/
Ich hoffe persönlich das die Verkehrsbehörde an diesem Thema dran bleibt und das solche Fälle wie mein Vorredner beschrieben hat nicht wieder vorkommen.
Mfg
Fabiene Fischer
Am 20. April 2012 um 17:33 Uhr
So sehr die aktive Nutzung des Führerscheins bis ins hohe Alter die subjektiv wahrgenommene Flexibilität und Unabhängigkeit sowie das Selbstwertgefühl des älteren Teilnehmers am Straßenverkehr stärken kann, so viele Gefahren kann eine unkontrollierte Ausübung des Führerscheins bis ins hohe Alter bergen: So hinkt beispielsweise das Argument, dass ältere Autofahrer die altersbedingt verlangsamten Reaktionszeiten durch Erfahrung und Routine ausgleichen können. Man denke an die älteren Autofahrer, die ihre Autofahrten auf bestimmte kurze Standardstrecken beschränken und außerhalb dieser Routen keinerlei Fahrpraxis haben. Auch die komplexer werdende technische Ausstattung der PKW steigert bei einigen Autofahrern eher die Desorientierung und Unsicherheit und kann unter Umständen die Reaktionsfähigkeit gefährden. Schließlich ist eine gelegentliche Überprüfung bzw. Auffrischung der Kenntnisse der Verkehrsregeln sinnvoll, weil auch hier (wie auch in der Straßenführung etc…) über Jahrzehnte Änderungen eintreten können. Vorgeschriebene und regelmäßige ärztliche Untersuchungen und Reaktionstest (ähnlich wie bei LKW-Fahrern ab dem 50. Lebensjahr) sollten daher nicht als altersfeindliches Instrument zur Exklusion älterer Teilnehmer am Straßenverkehr verstanden werden, sondern als Regulierungsansatz zur Erhöhung der Verkehrssicherheit im Sinne aller Verkehrsbeteiligten.