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2. August 2008Hitzewelle gefährlich für Senioren

Die hohen Temperaturen und die Schwüle machen wieder vielen zu schaffen. Jedes Jahr sterben Tausende Senioren an der Sommerhitze, denn schon ab einem Alter von 60 Jahren besteht akute Hitzschlag-Gefahr. Anzeichen sind mehr als 40 Grad Fieber, kein Schweiß und ein gestörtes Bewusstsein. Hauptsächlich dafür verantwortlich ist das verminderte Durstempfinden vieler Senioren. Sehen Sie hierzu auch mein Beitrag “Warum Senioren nicht durstig sind“. Bei hohen Temperaturen müsste aber eigentlich deutlich mehr als sonst getrunken werden. Besonders zu empfehlen sind Mineralwasser, Früchte- und Kräutertees, zur Abwechslung auch Saftschorlen mit hohem Wasseranteil. Die zunehmende Austrocknung des Körpers hat rascher eine körperliche und geistige Schwäche zur Folge. Dies führt meist dazu, dass noch weniger getrunken wird: ein Teufelskreis!
Zum anderen kann bei hohen Außentemperaturen ein Hitzschlag entstehen, d.h. eine dauerhaft erhöhte Temperatur über 40 Grad. Bei jüngeren, gesunden Menschen ist das normalerweise kein Problem, da automatisch nach einer Abkühlung gesucht wird und sich die Temperatur wieder verringert. Senioren sind dazu manchmal nicht in der Lage - die Temperatur steigt weiter und ab 41 Grad besteht akute Lebensgefahr, die sich im schlimmsten Fall im Zusammenbruch des gesammten Organismus auswirkt. Die steigende Körpertemperatur führt zu Wasser- und Salzverlust. Das begünstigt Thrombosen, Embolien und Herzversagen. Senioren verfügen über weniger Schweißdrüsen, der Körper speichert weniger Wasser, und sie verspüren weniger Durst.
Hitzewarnsystem
Die meisten Bundesländer haben bereits ein Hitzewarnsystem eingeführt, das auf Daten des Deutschen Wetterdienstes basiert. Bei zu erwartender Überschreitung der “gefühlten Temperatur” mit starker Wärmebelastung wird eine Hitzewarnung ausgesprochen. Je nach Warnstufe, werden zuerst alle Heime informiert, im 2. Schritt dann auch die Öffentlichkeit.
Was tun gegen die Hitze?
> Bei Schwüle und Hitzewellen müssen Senioren regelmäßig Flüssigkeit zu sich nehmen. Notfalls auch mittels Trinkplan und Kontrolle von Außen.
> Wichtig ist, dass auch Salze ersetzt werden müssen, insbesondere Natrium (also Natriumhaltiges Mineralwasser trinken!). Zu erkennen ist Natriummangel an Mattigkeit, unsicherem Gang oder Muskelschwäche.
> Die Raumtemperatur muss mit allen möglichen Mitteln gesenkt werden, d.h. Öffnen der Fenster und Läden in der Nacht und Schließung tagsüber.
> Unnötige elektrische Geräte sollten ausgeschaltet werden, damit nicht zusätzlich Wärme entsteht.
> Luftzug statt durch offene Fenster lieber durch Ventilatoren schaffen, damit Verdunstungskühle vom Schweiß an der Haut entsteht.
> Notfalls kann die Wohnung auch durch Einlassen von kaltem Wasser in Badewanne, Waschbecken und Eimern abgekühlt werden.
> Der Körper selbst kann durch eine kühle Dusche, durch kalte Arm- und Fußbäder oder kühle Kompressen gekühlt werden. Es gibt auch Kühlcremes, die eine tolle erfrischende Wirkung haben.
> Die Kleidung sollte leicht sein und locker sitzen.
> Keine körperlichen Anstrenungen, notwendige Wege in den Morgenstunden erledigen
> Leichte Nahrung (Obst, Gemüse) zu sich nehmen, kein Alkohol!
Erste Hilfe im Notfall
Sollte es doch zu einem Hitzschlag kommen, ist rasche Kühlung Lebensrettend. Das Deutsche Rote Kreuz empfiehlt als Erste-Hilfe-Maßnahmen, den Betroffenen an einen kühlen Ort zu bringen, die Kleidung auszuziehen und den Körper langsam abzukühlen, zum Beispiel mit feuchten Tüchern und kalten Getränken. Eine zweite Person sollte währenddessen den Rettungsdienst verständigen.
Die Stadt Köln hat auch ein PDF-Papier herausgegeben, mit Erkennungsmerkmalen zum Flüssigkeitsmangel und allen Tipps gegen die Hitze, welches Sie sich hier runterladen können.
Quelle:
http://www.krankheitsinfo.de/Inhaltsverzeichnis/Hitze_und_Senioren/hitze_und_senioren.html
http://www.abendblatt.de/daten/2004/08/05/325689.html
Dominik Birgelen
Geschäftsführer
Tags: Abkühlung, Flüssigkeit, Hitzewelle, Hitzschlag, kalte Wickel, Kühlcremes, kühle Kompressen, Senioren, Sommerhitze
