6. Mai 2008Depression im Alter: Sanfte Wege hinaus

Depression: Das grĂŒne Fenster der Hoffnung

Die LebensumstĂ€nde Ă€lterer Menschen, z.B. der Verlust geliebter Menschen, die nachlassende Körperliche Gesundheit, mangelnde Bewegungsfreiheit, Vereinsamung oder der Umzug in eine neue Wohnumgebung, machen depressive Verstimmungen nur allzu verstĂ€ndlich. HĂ€ufig wird dabei eine niedergedrĂŒckte Stimmung und ZurĂŒckgezogenheit bei alten Menschen als „normal“ angesehen.

Die Gerontopsychiatrie geht heute davon aus, dass es eine spezielle Altersdepression nicht gibt. Im Alter kommen alle Arten von depressiven Syndromen vor. Daher ist es besser von Depression im Alter zu sprechen. Die Symptome und der Krankheitsverlauf sind im Alter allerdings oft etwas anders als in jĂŒngeren Jahren. Zum Beispiel klagen Ă€ltere Patienten mit Depressionen hĂ€ufiger ĂŒber körperliche Beschwerden und seltener ĂŒber psychische Beschwerden wie zum Beispiel vermehrte Traurigkeit. Das erschwert oft die Diagnose einer Depression im Alter. Auch werden hĂ€ufig depressive Symptome im Alter fĂ€lschlicherweise als normales Merkmal beschwerlicher LebensumstĂ€nde angesehen.

Es leiden nicht mehr alte Menschen als junge an Depressionen. Allerdings dauern die depressiven Phasen im Alter lĂ€nger an, werden hĂ€ufiger nicht richtig behandelt. Als Ursache spielen genauso wie in jĂŒngeren Jahren eine Kombination von genetischen, biologischen, psychischen und sozialen Faktoren eine Rolle. Im Alter ist es wichtig darauf zu achten, ob nicht körperliche Ursachen eine zusĂ€tzliche Rolle spielen. Zum Beispiel eine Medikamentennebenwirkung (zum Beispiel durch Betablocker, Cortison) oder eine neurologische (etwa Parkinson-Krankheit, Demenz) oder eine internistische Erkrankung (etwa Diabetes mellitus, SchilddrĂŒsenunterfunktion, Vitaminmangel). Eine Studie zeigt auch: Diabetes erhöht das Risiko von Alzheimer.

Symptome

Eine Depression im Alter zu erkennen, ist oft fĂŒr einen Arzt nicht ganz leicht. Vielfach gehen Betroffene nicht wegen einer Depression zum Arzt, sondern suchen diesen wegen ganz anderen Symptomen auf, wie z.B.:

- Kopfschmerzen
- Gliederschmerzen
- Schlafstörungen
- Konzentrations- und GedÀchtnisstörungen
- Appetitlosigkeit
- MĂŒdigkeit oder auch Unruhe
- Gewichtsverlust

Sanfte Behandlungsmöglichkeiten

NatĂŒrlich besteht immer die Möglichkeit antidepressive Medikamente einzunehmen und diese mit einer Psychotherapie zu kombinieren. Es gibt jedoch auch sanftere Wege aus einer Depression, die zuerst versucht werden können. Allzumal, weil viele alte Menschen an verschiedenen anderen Erkrankungen leiden und dagegen bereits Medikamente einnehmen. Bei den oft sehr verschiedenen Wirkstoffen kommt es nicht selten zu unerwĂŒnschten Wechselwirkungen.

Mentaltraining

Fast immer wird eine bedrĂŒckende Stimmungslage von negativen Gedanken begleitet. Hier kann ein Mentaltraining Wunder wirken, um die eigenen Gedanken wieder unter Kontrolle zu bringen und in positive Bahnen zu lenken. Auch regelmĂ€ĂŸige Meditionen wirken extrem gut und helfen wieder zu sich zu finden. Denken Sie immer daran: der Verstand ist ein guter Diener und ein schlechter Herr. Das GlĂŒck Deines Lebens hĂ€ngt von der Beschaffenheit Deiner Gedanken ab (Marc Aurel). Lernen kann man das z.B. bei Ralf Bihlmaier.

Auch eine Tiefensuggestion kann Ihrem seelischen Tief entgegenwirken: Eine Vielzahl positiver Suggestionen vermittelt Zuversicht sowie Optimismus und verschafft Ihnen damit neuen Lebensmut. Die Tiefensuggestion verbindet wesentliche Erkenntnisse des Autogenen Trainings, der Hypnose- und Musiktherapie mit einer völlig neuen, weltweit einmaligen Suggestionstechnik: Verschiedene - gleichzeitig geflĂŒsterte und gesprochene - “wirksame Worte” erzielen durch eine bislang unerreichte Informationsdichte eine Ă€ußerst intensive positive Wirkung auf Ihr gesamtes körperlich-seelisches Wohlbefinden. Eine Hörbuch-CD zu diesem Thema finden Sie hier.

Lichttherapie

Die Lichttherapie ist eine effiziente, nebenwirkungsarme Behandlung gegen AbgekĂ€mpftheit, schlechte Stimmung und Depressionen, die zu Hause leicht durchgefĂŒhrt werden kann. Gerade in den Herbst- und Wintertagen bekommt die Augen-Retina zu wenig Licht. Diese hat eine direkte Verbindung zur ZirbendrĂŒse in unserem Gehirn, die fĂŒr den emotionalen Haushalt in unserem Körper zustĂ€ndig ist. Mittels eines LichttherapiegerĂ€ts wird die Augen-Retina stimuliert. Eine Verbesserung des Allgemeinzustandes kann sich schon nach kurzer Zeit wahrnehmbar einstellen. Weitere Informationen sowie LichttherapiegerĂ€te finden Sie hier.

Sport

Neben der positiven Beeinflussung des Herzkreislaufsystems und auf die Steigerung des Skelettmuskelsystems, hat ein regelmĂ€ĂŸiges Training auch eine aufheiternde Auswirkung auf die GemĂŒtslage; sei es durch die Verbesserung der eigenen Leistung oder durch den Erhalt der UnabhĂ€ngigkeit. Auch wirken dabei Stoffe des Muskelstoffwechsels auf bestimmte Gehirnbereiche, wodurch möglicherweise altersdepressiven Verstimmungen entgegengewirkt werden kann. Einen ausfĂŒhrlichen Artikel zum Thema Sport im Alter finden Sie hier.

Gesunde ErnÀhrung

MangelernĂ€hrung kommt bei Senioren hĂ€ufig vor und wird oft nicht erkannt. Gewichtsverlust, eingefallenes Gesicht oder trockene Haut werden vielfach als „normal“ bei alten Menschen angesehen. Vielfach fĂŒhrt eine FehlernĂ€hrung auch zu depressiven Verstimmungen. Das liegt meist aber nicht an der Masse der Nahrungsmittel, sondern an Ihrer QualitĂ€t. Es wird heute meist zu kalorienreich gegessen: zu viel Fett, zu große Portionen, zu wenig GemĂŒse, Salat und Obst.

Unser SanitÀtshaus bietet Ihnen umfangreiche Informationen zum Thema ErnÀhrung sowie die wichtigsten NahrungsergÀnzungsmittel, Vitamin- und AufbauprÀparate als ErgÀnzung zu einer gesunden ErnÀhrung.

Kunst und Muße

Vielfach hilft auch die BeschĂ€ftigung mit sich selbst bei depressiven Verstimmungen. Einfach einmal auf sich selbst hören: was will ich wirklich? Dabei können kĂŒnstlerische oder meditative AktivitĂ€ten helfen, wie z.B. Malen, Töpfern, Klassische Musik, ausgedehnte WaldspaziergĂ€nge, Bergwanderungen usw. Aber wichtig: hĂ€ngen Sie nicht ihren depressiven Gedanken nach, sondern denken Sie positiv und gestalten Sie die Zukunft durch Ihre Entscheidungen!

Freundschaften und Kontakte pflegen

Zwischenmenschliche Kontakte pflegen ist ein wichtiger Bestandteil in der Therapie der Altersdepression. Isolation und Einsamkeit und der RĂŒckzug des Einzelnen mĂŒssen durchbrochen und zwischenmenschliche Beziehungen verbessert werden.

Das Internet macht das KontakteknĂŒpfen leichter als frĂŒher und oft fĂŒhrt eine Internetbekanntschaft auch zu einem persönlichen Treffen oder einer Brief- oder e-Mail-Freundschaft. Es gibt es eine Vielzahl an Foren und Communities, bei denen man sich austauschen und andere Senioren kennen lernen kann. Einige Beispiele, die ich empfehlen kann, sind:
http://www.seniorentreff.de
http://www.feierabend.de
http://www.senioren-blogger.de

Diskutieren Sie mit! Sind Sie betroffen, haben Sie Kontakte zu Betroffenen oder interessiert Sie das Thema? Was sind Ihre Erfahrungen und Meinung? PS: Sie können BeitrÀge auch anonym verfassen.

Quellen und weiterfĂŒhrende Informationen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Altersdepression
http://www.medizinfo.de/kopfundseele/depression/depralt.htm
http://www.gesundheitpro.de/Die-Psyche-staerken-Wege-aus-der-Depression-Depression-A071119KOA0Q059412.html

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2 Reaktionen zu “Depression im Alter: Sanfte Wege hinaus”

  1. Depression | wellblog.de

    [...] Informationen: Depression im Alter: Sanfte Wege hinaus Wikipidia: [...]

  2. Depression

    Ein sehr guter Artikel! Ich habe in meinem Blog einen allgemeinen Abriss zum Thema Depression geschrieben - als ErgÀnzung bestimmt ganz interessant.

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