16. August 2011Barrierefrei Wohnen – welche Maßnahmen werden wichtig?

Treppenlift als Baumaßnahme fürs altersgerechte Wohnen | (c)Curved Stairlift, Flickr.com

In seinem Zuhause fühlt man sich altersunabhängig wohl und sicher. Daher verwundert es nicht, dass der Mensch seinen Lebensabend am liebsten in seiner vertrauten Umgebung verbleiben will. Bei diesem Anliegen stimmen wissenschaftliche Studien wie persönliche Beobachtungen überein.

Mit fortschreitendem Alter sinkt allerdings bei vielen Menschen auch die Mobilität, die fürs selbstständige Wohnen Voraussetzung wäre. Barrierefreies und altersgerechtes Wohnen werden da zum Stichwort für jene, die sich trotz eingeschränkter Bewegungsfähigkeit weiterhin in den eigenen vier Wänden aufhalten wollen.

Das altersgerechte Wohnen reicht von kleinen Details bis hin zu großen Umbaumaßnahmen. Betrachten wir einige Punkte der Barrierefreiheit, über die sich früh genug Gedanken machen sollten.

Für den Alltag sind Elektroinstallationen oft eine erste Erleichterung beim altersgerechten Wohnen. Dazu gehört die Haustür mit Gegensprechanlage, die sich von vielen Räumen aus bedienen lässt, ebenso dazu wie Jalousien, die sich ohne Kraftaufwand per Knopfdruck öffnen und schließen.

In altersgerecht umgebauten Wohnungen befinden sich Lichtschalter und Steckdosen auf angenehmer Höhe, so dass die Elemente ohne körperliche Verrenkungen genutzt werden können. Als große Gefahrenquelle in mehrstöckigen Häusern gelten nach wie vor zu steile Treppen, die gebrechliche Menschen vor Barrieren stellen. Ein Treppenlift ist bei eingeschränkter Mobilität somit eine unumgängliche Erleichterung.

Die Hersteller unterscheiden meist zwischen dem Sessellift, der – wie der Name schon verrät – im Aufbau einem üblichen Sessel ähnelt. Je nach Modell lässt sich die Sitzfläche dieses Lifts bei Nichtgebrauch hochklappen und ist daher eine platzsparende Variante. Als Alternative dient ein Plattformlift, bei dem zugleich der Transport von Rollstuhl oder Rollator möglich ist. Informieren Sie sich über die für einen Lift erforderlichen Baumaßnahmen und überlassen Sie die Montage insbesondere bei schwierigen Konstruktionen (Wendeltreppe, Strecke über mehrere Etagen, ältere Bausubstanz etc.) dem geschulten Servicehandwerker.

Im Schlafzimmer geben Betten, die sich nachträglich rasch mit Seitenschutz oder Haltegriffen ausstatten lassen, mehr Sicherheit beim Aufstehen bzw. Schlafengehen. Verstellbare Lattenroste und höhere Bettrahmen erleichtern zusätzlich den Komfort, wenn noch keine speziellen Pflegebetten von Nöten sind.

Im Bad sind Wannen mit niedrigem Einstieg oder ebenerdig angelegte Duschwannen mit Sitzmöglichkeit für die tägliche Hygiene eine sinnvolle Investition. An Waschbecken und WC lassen sich im Nachhinein Haltegriffe montieren, die der persönlichen Sicherheit dienen. Beim Neubau eines Badezimmers sollten die Raumverhältnisse bereits großzügig bemessen sein, um auch mit Gehhilfe oder einem Rollstuhl den notwendigen Bewegungsradius gewährleisten zu können. Achten Sie daher bei Waschbecken und Stauräumen auf unterfahrbare Flächen!

Stolperfallen in den eigenen vier Wänden lassen sich recht einfach minimieren: Lassen Sie schwellenlose Leisten anbringen, die auch mit einem Rollstuhl oder Rollator bequem überfahrbar sind. Statt Podesten oder Treppen dienen leicht ansteigende Rampen dem einfachen Zutritt zum Eingang. Fürs altersgerechte Wohnen sollten Sie auch achten, ob die Türen Ihrer Wohnung ausreichend breit für Geh- und Pflegehilfen sind!

Diverse Umbauten werden bei Pflegebedürftigkeit von der Pflegekasse unabhängig vom Vermögen des Antragsstellers bezuschusst. Der Zuschuss bezieht sich auf eine Baumaßnahme – wenn mehrere Umbauten Ihrer Wohnung anstehen, muss diese Bewilligung einzeln erfolgen. Für die erneute Förderung einer Baumaßnahme ist der Nachweis einer gesundheitlichen Verschlechterung notwendig, meist muss für eine Kostenerstattung auch einige Zeit zwischen den Umbauten liegen. Die Regelungen für Eigenanteil und Förderungswürdigkeit sind im AGB für Private Pflegeversicherung näher beschrieben.

Abgesehen von den baulichen Veränderungen ist auch die Umgebung fürs altersgerechte Wohnen wichtig. Wie steht es um die Infrastruktur an Ihrem aktuellen Wohnort? Ihr Zuhause sollte gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden sein, Geschäfte des alltäglichen Bedarfs sowie Ärzte und Notdienste sich möglichst im näheren Umkreis befinden. Bedenken Sie auch die Nähe zu Ihrem sozialen Netzwerk aus Familie und Freunden, das für die Wahl einer altersgerechten Wohnung entscheidend sein kann.

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2 Reaktionen zu “Barrierefrei Wohnen – welche Maßnahmen werden wichtig?”

  1. Richard

    Ich habe mir auch einen Teppenlift zugelegt und kann es nur jedem empfehlen! Ich verbinde mit meinem Haus so viele Erinnerungen, dass ich nicht extra umziehen will und wahrscheinlich auch nicht mehr alleine kann. Deshalb hab ich mir zu Hause alles barrierefrei gemacht. Besser jetzt, als später wenn ich gar net mehr kann.

  2. Felix Faust

    Hallo,
    danke für diesen informativen Artikel. Wir sind auch gerade am renovieren unseres Elternhauses, da mein Vater nach einem Schlaganfall vor 4 Monaten im Rollstuhl sitzt. Ich habe neulich schon in einem Pflege Blog über Barrierefreies Umbauen des Badezimmers gelesen, da das unsere größte Sorge war. Haben uns dann Informationen geholt und einen Handwerker vermittelt bekommen, der die Umbaumaßnahmen vorgenommen hat. Das Bad ist jetzt echt super (hatte sowieso schon lange eine modernisierung verdient) und mein Vater kann sich im Badezimmer wieder selbst zurechtfinden.
    Als nächstes ist jetzt ein Treppenlifter dran. Hoffentlich klappt das genauso reibungslos, wie das Bad.

    Schöne Grüße
    Felix

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