9. September 2010Sind Sie für den Notfall gerüstet?

Eine gut ausgestattete Hausapotheke hilft bei kleinen Verletzungen

Foto: Rainer Sturm / pixelio.de
Nich nur Medikamente gehören in eine ausgestattete Hausapotheke.
Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

(RaIA/dgk) Schürfwunde, Brandblase, Prellung – Verletzungen gehören zum Alltag. Eine gut sortierte Hausapotheke hilft, im Notfall schnell Erste Hilfe leisten zu können, berichtet der „Ratgeber aus Ihrer Apotheke“ in der Ausgabe 9B/2010 (erhältlich ab 15. September).

Immer dann, wenn niemand damit rechnet, passieren Unfälle. Meist sind es kleine Missgeschicke wie ein Schnitt in den Finger beim Gemüseputzen oder eine leichte Prellung bei Spiel und Sport. Sie sind kein Grund zur Panik; trotzdem müssen sie schnell und richtig verarztet werden.

Offene Schnitt-, Schürf- oder Platzwunden brauchen Zeit, um wieder zu verheilen. Bei einem kleinen Kratzer dauert die vollständige Heilung meist nur ein bis zwei Wochen, bei einer größeren Blessur kann der Heilungsprozess auch schon mal mehrere Monate in Anspruch nehmen. In der Regel reicht es aus, die Wunde zu säubern und anschließend ein Pflaster als Wundauflage aufzukleben. Großflächige Wunden sollten allerdings mit einer Kompresse versorgt werden, die mit einer Mullbinde abgedeckt wird. Bei Schwellungen oder Brandwunden eignet sich eine Kühlkompresse. Eine Desinfektion der verletzten Haut ist sinnvoll, wenn die Wunde verschmutzt ist oder ein erhöhtes Entzündungsrisiko besteht, was beispielsweise bei Schürf- oder Bisswunden der Fall ist. Mittlerweile hat sich in Expertenkreisen die Erkenntnis durchgesetzt, dass die Wundheilung unter feuchten Bedingungen schneller und besser abläuft. Der Grund: Enzyme, Botenstoffe und die Immunabwehr arbeiten im feuchten Wundmilieu auf Hochtouren. Deshalb reduziert sich in feucht gehaltenen Wunden auch das Infektionsrisiko. In der Apotheke gibt es moderne Wundauflagen zur feuchten Wundbehandlung.

Bei kleineren Verbrühungen oder Verbrennungen ist die Kaltwasserbehandlung die Erste-Hilfe-Maßnahme der Wahl. Umgehend sollten Betroffene die geschädigte Hautpartie mindestens zehn Minuten lang unter kaltem Wasser (etwa 20 Grad Celsius) kühlen. Möglich ist alternativ auch eine Kühl-Akku-Anwendung (nicht direkt auf die Haut legen, sondern in ein Tuch wickeln). Hausmittel wie Öle oder Puder haben auf verbrannter Haut grundsätzlich nichts zu suchen!

Natürlich können Desinfektionsmittel, Wundheilgele und Co. ihre Wirkung nur dann entfalten, wenn sie sich tatsächlich in brauchbarem Zustand in der Hausapotheke befinden. Die Hausapotheke sollte sich immer an einem lichtgeschützten, kühlen und trockenen Ort befinden und der Inhalt zweimal im Jahr auf das Haltbarkeitsdatum überprüft werden.

Das gehört in eine gut sortierte Hausapotheke:

Medikamente
• Brand- und Wundgel
• Desinfektionsmittel
• Wund- und Heilsalbe
• Salbe oder Schmerzpflaster gegen stumpfe Verletzungen
• Schmerztabletten zum Einnehmen

Verbandzeug
• Elastische Mullbinde
• Dreieckstuch
• Verbandpäckchen
• Verbandmull
• Pflasterrolle
• Verbandschere
• Brandwunden-Verbandpäckchen
• Wasserdichtes Fixierband
• Verbandklammern, Sicherheitsnadel
• Wundschnellverband
• Elastische Binden

Außerdem
• Erste-Hilfe-Anleitung
• Pinzette
• Gummihandschuhe
• Kühlkompresse (im Kühlschrank lagern)
• Liste mit Notrufnummern

Wichtig: Während kleine Wunden, leichte Verbrennungen und Bagatellverletzungen mühelos auf eigene Faust versorgt werden können, müssen größere Blessuren unbedingt vom Arzt behandelt werden. Dazu zählen tiefere, stark blutende Stich- und Schnittverletzungen, klaffende Wunden, Verletzungen durch Fremdkörper sowie Prellungen, Quetschungen, Verstauchungen und Zerrungen.

Quelle: DEUTSCHES GRÜNES KREUZ

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Detlef Klemme
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Seniorenland GmbH

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