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31. Dezember 2009Zukunft der Pflege
Zum Jahreswechsel wird sich in Deutschland nicht viel ändern, die strukturellen Herausforderungen werden erst über Jahre deutlich. Dazu zählt auch ein Mangel an Pflegekräften, der sich bei Senioren künftig noch deutlicher auswirken könnte. Möglicherweise entwickeln sich aber auch ganz neue Ansätze eines „Lebens im Alter“, wenn familiäre Strukturen nicht mehr greifen und fremde Hilfe nötig ist. Zukunftsforscher Horst Opaschowski prognostiziert eine Pflege, die individueller wird.
Foto: Günter Havlena/pixelio.de
Damit meint Opaschowski Wohngemeinschaften von Senioren mit gegenseitiger Hilfeleistung und externer Dienste. In seiner Vision des Jahres 2030 existieren keine Altenheime mehr, dafür aber Wohn-und Hausgemeinschaften, die mit externen Diensten vernetzt sind. Fachleute hingegen sehen in der Pflege und Betreuung von Senioren „das Megathema” der nächsten Jahre. Über zwei Millionen Pflegebedürftige gibt es heute in Deutschland, sie könnte die nächsten 20 Jahre über drei Millionen steigen, so das Statistische Bundesamt.
Hoffnung den Fachkräftemangel zu überwinden machen Fachkräfte aus dem Osten. Doch „ausländische Pflegekräfte wandern an Deutschland vorbei,“ warnt Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. „Länder wie die USA, Australien oder die Schweiz haben bessere Pflegesysteme und bieten attraktivere Löhne.“ Weiter gibt Knüppel zu bedenken: „In Großbritannien wird 2020 jeder vierte Schulabgänger in der Pflege gebraucht, in Deutschland wird es ähnlich aussehen.” Doch auch andere Berufe werden sich diesem Wettlauf um gute Nachwuchskräfte stellen.
Das gibt sozialen Zündstoff, zumal das Geld bei Pflegebedürftigkeit – aus den gesetzlichen Leistungen - im Alter meistens nicht reicht. Mehrere hundert bis weit über tausend Euro bezahlen Betroffene für einen Heimplatz häufig selbst – oder Angehörige oder die Sozialhilfe springen ein. Doch wenn künftig immer weniger Junge für immer mehr Alte aufkommen, werden die Kosten für die Pflegeversicherung steigen müssen.
Quelle: www.derwesten.de (WAZ-Mediengruppe)
Bildquelle: www.pixelio.de Foto: Günter Havlena
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Gerd Spranger - Presse & Medien
