23. Juli 2010Wird die Megacity zur Seniorenstadt?

new_yorkWir sind es ja bereits gewohnt: in Amerika ist alles ein wenig schneller, lauter oder höher. Wer will sich schon mit Pinuts zufrieden geben? Auch die jüngste Aktion der Megacity New York ist vielversprechend. Allerdings geht es diesmal in die andere Richtung, nämlich ein wenig leiser, ruhiger und entspannter.

Foto: amg/ pixelio.de 

New York hat für sich nämlich die Senioren als Zielgruppe entdeckt.
„Mit den Babyboomern, die nun langsam das Rentenalter erreichen, nehmen die Anstrengungen der Stadt zu eine liebenswürdigere und sanftere Stadt zu sein“, resümiert das Medium Welt. Linda I. Gibbs, stellvertretende Bürgermeisterin für Gesundheit. „Sie kommen nicht nur mit ihrem Geist und ihrem Körper, sie kommen auch mit ihrem Portemonnaie.“

Und New York wäre nicht was es heute ist, würde die Sache nicht im großen Stil umgesetzt werden. Dabei hat die New York Academy of Medicine bereits 2007 die Idee einer altersfreundlichen Stadt von der Weltgesundheitsorganisation aufgegriffen. Bürgermeister Michael Bloomberg leistete finanzielle und politische Unterstützung und so hat die Akademie bereits mehr als 30 öffentliche Diskussionsrunden mit Tausenden älterer Menschen in der ganzen Stadt veranstaltet.

Dabei wurden erste Einsichten gewonnen: die Senioren wünschen sich eine Gegend mit netten Nachbarn, wo sie sicher die Straße überqueren können und wo der kleine Laden an der Ecke ein Glas Wasser für sie hat und sie die Toilette benutzen dürfen. Sie hätten gern persönliche Helfer im Supermarkt, um die Sonderangebote zu finden. Sie wollen bessere Siele in den Straßen, denn mit einem Rollator kann man schlecht über Pfützen hüpfen. Die Vorschläge reichen bis hin zu „Sitzstangen“ in Läden oder am Rande von Fußwegen, zu Aufklebern, die Läden als altersfreundlich ausweisen, über zusätzliche Bänke und bessere Beleuchtung bis zu Speisekarten in größerer Schrift und spezielle Happy Hours für Senioren. Einige Ansätze wurden bereits realisiert. So hat die Verwaltung in den vergangenen Monaten etliche Schulbusse losgeschickt – mit älteren Menschen auf dem Weg zum Einkaufen.

Doch wird auch Kritik an soviel Umtriebigkeit laut. „Die Verwaltung ziele nur auf eine schnelle Lösung, während traditionelle Dienstleistungen wie Seniorenheime infolge der Wirtschaftskrise gekürzt würden,“ meinen Kritiker. „Wenn wir von altersfreundlich sprechen, sollte es nicht nur um Babyboomer gehen, die sich aus ihren Anwaltskanzleien zur Ruhe setzen, sondern auch um die Menschen, die ihr ganzes Leben gearbeitet haben und nun in Brownsville leben“, sagt David Jones in Anspielung auf eines der ärmsten Viertel. Jones ist Präsident der Gesellschaft für Soziale Dienste, die sich für Arme und Immigranten einsetzt.

Quelle:
www.welt.de
Bildquelle:
www.pixelio.de
Foto: amg

Lesen Sie mehr zum Thema:
www.seniorenland.com/news/schwungvoll
www.seniorenland.com/news/wohngemeinschaften

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Gerd Spranger - Presse & Medien

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