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20. Juli 2010Unwürdige Bezahlung
Wenn die SPD Lohnkürzungen in der Pflegebranche als „unwürdig“ bezeichnet und auf „Schwierigkeiten von Pflegeheimen“ aufmerksam machen will, ist das politisch ambitioniert. Doch auch jenseits aller Parteifärbungen bleibt es ein gesellschaftlich brisantes Thema und für Sozialhilfeträger und Pflegekassen wird es zum Balanceakt - Absturz jederzeit möglich.
Foto: pixelio.de
Eine Seniorengruppe aus dem Landkreis Oldenburg will nach dem Besuch mehrerer Senioreneinrichtungen von Arbeiterwohlfahrt, Deutsches Rotes Kreuz, Caritas und Diakonie ein Protestschreiben verfassen. Die Kritik richtet sich vor allem auf eine geringe Entlohnung. SPD-Vorsitzender und Landrat a.D. Hermann Bokelmann mahnt an: „Es ist nicht zu ertragen, und unwürdig, dass das Personal in Pflegeheimen trotz der schweren Arbeit Lohnkürzungen hinnehmen muss, weil den Heimbetreibern keine ausreichenden Pflegesätze zugestanden werden“.
Ein Heimbetreiber bestätigt und verweist zudem auf eine hohe Unsicherheit in der Planung. „Der von den Kassen gewährte Personalschlüssel, also die ‚Zuteilung’ von Personal, ändert sich oft monatlich. Ja nach Einstufung in den Pflegekassen, nach Krankheit oder Gesundung, wird der Aufwand des Personals neu bemessen. Bei Häusern mit 100 oder mehr Bewohnern wird das zu einem echten Problem.“
Mit geplanten Zusatzbeiträgen zur Krankenkasse würde sich das Problem nach Ansicht der SPD-Senioren nicht lösen lassen. „Das trifft ja vor allem die unteren und mittleren Einkommen, bei denen jeder Euro bereits verplant ist. Es werden wieder jene belastet, die eh schon ‚brav’ in das System einzahlen.“
Quelle:
www.primaso.de (Delmenhorster Kreisblatt)
Bildquelle:
www.pixelio.de
Lesen Sie mehr zum Thema:
www.seniorenland.com/news/lebenswert
www.seniorenland.com/news/zukunft_pflege

Gerd Spranger - Presse & Medien
