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17. November 2009Sucht im Alter
Der Anteil von Menschen mit Suchtproblemen ist in der Grenzregion von Bayern nach Salzburg mit bis zu 28 Prozent bedenklich hoch. So startet die EuRegio jetzt ein dreijähriges Projekt für 442.406 Euro, um die aktuelle Situation zu erfassen und Therapieprogramme zu erstellen. Es fehlt an therapeutischen Angeboten und der öffentlichen Akzeptanz für Sucht gefährdete Senioren.
Foto: Günter Havlena/pixelio.de
Friedrich M. Wurst, Vorstand der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Salzburger Dopplerklinik erläutert: „Im Alter fallen viele Bezüge weg, weshalb Menschen leicht in Depressionen fallen.“ Besonders betroffen davon seien Heimbewohner oder pflegebedürftige Menschen, die aus dem Alltag herausgerissen werden. Oft wird zu Alkohol, Medikamenten und Schmerzmittel gegriffen. Dabei würden ältere Menschen mit körperlichen Schwächen viel stärker unter der Sucht leiden als junge. Folgen seien unter anderem kumulative Organschädigungen, vermehrte Unfälle und Stürze, psychische Probleme, rascher kognitiver Abbau und zu- oder abnehmende Toleranz für Medikamente.
Das Pflegepersonal sei mit dem Suchtproblem häufig überfordert. Es fehlen altersgerechte Behandlungsmöglichkeiten. Der Fokus auf Abstinenz oder auch die Unterstützung durch Selbsthilfegruppen greife bei Senioren nicht. „Im Alter dürfe man keine zu hohen Ansprüche stellen. Man müsse versuchen, den Alkoholkonsum auf ‚ein normales Maß’ zu reduzieren.“ erklärt ein Caritas-Sprecher.
Das Projekt wird zu 60 Prozent durch den europäischen Fond für regionale Entwicklung finanziert. 40 Prozent teilen sich die Salzburger Landeskliniken und das Bayerische Staatsministerium.
Quelle: www.derstandard.at
Bildquelle: www.pixelio.de Foto: Günter Havlena
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