1. August 2010Sucht im Alter

alkoholVor Suchtproblemen bleibt das Alter nicht verschont, ganz im Gegenteil. Der aktuelle Bericht von Suchtberatungsstellen und Sozialpsychatrischen Diensten in Oberbayern weist einen Anstieg in der Generation 65-Plus von 38,5 Prozent auf, vergleicht man die Zahlen von 2007 mit 2009. Auch bei den 50- bis 64-Jährigen suchten 28,5 Prozent mehr den Rat der Beratungsstellen um sich in Suchtfragen helfen zu lassen.

Foto: A. Reinkober/ pixelio.de 

Sogar Komasaufen ist bei den Alten keine Seltenheit mehr. Rund 2200 Menschen zwischen 70 und 75 werden jährlich in Kliniken behandelt, weil sie sich teils bis zur Bewusstlosigkeit betrunken haben. „Diese Entwicklung wird sich fortsetzen“, glaubt Sylvia Henrich, die im Bezirk die Suchthilfe und Psychiatrie koordiniert. Sie geht davon aus, dass viele ältere Menschen bislang nicht den Mut fanden eine Beratungsstelle aufzusuchen. Manchmal schlagen die Kinder Alarm, oft auch Ehepartner. „Einsame ohne Kontakte, fallen manchmal dem Hausarzt auf“, sagt Rainer Hoffmann, von der Caritas in Bad Reichenhall.

Speziell für Senioren sollen neue Wege aus der Sucht gefunden werden. „Ein 70-Jähriger fühlt sich in einer Therapiegruppe fehl am Platz, wenn lauter 30-Jährige um ihn sind“, so Hoffmann. Fachleute schätzen, dass ungefähr jede dritte alkoholabhängige ältere Person dies erst nach der Pensionierung wurde. Durch das Ausscheiden aus dem Beruf und Erkrankungen steigt die Gefahr einer Alkoholsucht älterer Menschen, so Experten. Aber auch Einsamkeit im Alter ist eine Gefahr. Viele wollen den Verlust des Partners oder Freunden mit Hochprozentigem ertränken.

In Deutschland haben etwa 400.000 Männer und Frauen ab 60 ein schwerwiegendes Alkoholproblem, riskant ist das Trinkverhalten bei rund 3,5 Millionen, schätzt die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS). Zwei Schwestern schildern bei dem Kampf um ihren Vater ihre Geschichte: Der Vater war nach dem schnellen Tod seiner geliebten Ehefrau in ein Loch gefallen – und da nicht mehr herausgekommen. Der 71-Jährige, der früher Lehrer war, saß nur noch in seiner Wohnung im Berchtesgadener Land und trank. Die besorgten Töchter wandten sich an die Suchtberatung, dort bekam Werner S. die Hilfe, die er brauchte. Er machte stationär einen Entzug, jetzt ist er in ambulanter Therapie und es gehe ihm bereits viel besser.

Quelle:
www.merkur-online.de
www.berlinonline.de

Bildquelle:
www.pixelio.de
Foto: A. Reinkober

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www.seniorenland.com/news/sinnvolles
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Gerd Spranger - Presse & Medien

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