13. Juni 2010Senioren haben ihren Anspruch

muenzeAuf der Suche nach neuen Märkten und Einkommensmöglichkeiten müht sich ein ganzes Heer von Spezialisten und Strategen in den Schaltzentralen der Wirtschaft. Nach geeigneten Zielgruppen wird ausgeschaut und notfalls werden welche geschaffen. Dazu gehören seit einigen Jahren auch „Best Ager“ und „Silver Surfer“, die Generation 50-Plus. Doch geht die Rechnung auf?

Foto: Karin Jung/ pixelio.de

Dieser Frage ging jetzt das Marktforschungs-Institut „Creative Analytic“ mit Sitz in Frankfurt auf den Grund. Dabei war von vornherein klar, dass es bei der Generation 50-Plus ganz erhebliche Unterschiede gibt. Steht sie doch an der Schwelle vom Berufs- in ein Rentnerleben, was eine der härtesten Zensuren des Lebens ist. Und während die einen diesen Schritt bereits mit 58 Jahren vollziehen, schaffen es andere erst mit dem 65. Lebensjahr. Auf jedem Fall eine knifflige Aufgabe für Marktstrategen.

Klar scheint zunächst: Senioren wollen keine typischen Seniorenprodukte. Bei der Frage nach dem Warum muss man tiefer gehen, in den Bereich der Psychologie. Leben hat immer etwas mit eigener Identität zu tun. Nur wenn diese gewahrt ist und man sich in ihr angesprochen fühlt, ist man zur Investition bereit, auch in Fragen des Konsums. Dabei geht es im Alter nur noch sehr bedingt um eine Fokussierung auf die Außenwirkung wie bei jugendlichen Lifestyles mit viel Sex-Appeal und Wettbewerb. Im Vordergrund steht jetzt, sich etwas Gutes zu tun, ein gutes Gefühl zu haben. Und dieser Wunsch greift tief, denn im Hintergrund steht die Angst um Pflegebedürftigkeit, Abhängigkeit und Tod. So ist die volle Konzentration auf die aktuelle Lebensphase gerichtet, um diese so intensiv wie möglich zu nutzen.

Marken könnten, so das Institut Creative Analytic, bei den starken Motivationen ansetzen: was kann ich noch, was habe ich noch, was bekomme ich noch. Man könne erfolgreich vergangene Identitätsmöglichkeiten und Wünsche in aktuelle Kontexte einbinden. So werde aus dem Traum, als Tramper um die Welt zu reisen, ein komfortables Wohnmobil für entspannte Urlaube. Senioren würden die Befreiung spüren, die Welt nicht mehr retten zu müssen. Doch wollen sie ernst genommen sein und aktiv an der Gesellschaft teilhaben, wenn auch nicht mehr als die Gestalter und Entscheider früherer Jahre.

Dabei haben Senioren ihr Leben „gemeistert“ und greifen auf viele Jahrzehnte Lebenserfahrung zurück. Auch haben sie das Bewusstsein, in der Gesamtbevölkerung eine attraktive Zielgruppe zu sein. Jede Kommunikation, die nicht „auf Augenhöhe“ geschieht, ist zum Scheitern verurteilt.

Quelle: IHK-Wirtschaftsforum 06.10
Bildquelle: www.pixelio.de

Lesen Sie mehr zum Thema:
www.seniorenland.com/news/seniorenstadt
www.seniorenland.com/news/soziales_netz

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Gerd Spranger - Presse & Medien

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