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8. Oktober 2009Senioren greifen zu Drogen
Bei Drogenmissbrauch denkt man zunächst an junge Menschen, die labil und auf „die schiefe Bahn“ gerutscht sind. Das Bild ist aber falsch. Auch in Managerkreisen sind Drogen keine Unbekannte und zunehmend auch bei Senioren nicht. Drogenberatungen und Ärzte registrieren eine signifikant steigende Zahl an Klienten und Patienten älter als 50 Jahre.
Foto: pandi/pixelio.de
Die vier EU-Staaten Deutschland, Schottland, Polen und Österreich arbeiten aktuell an dem Projekt SDDCARE (Senior Drug Dependents and Care Structures) um der Problematik auf den Grund zu gehen. Das Projekt läuft 30 Monate. Doch Fachleute sind sich schon jetzt einig: Drogenabhängige alte Menschen könne man nur bedingt mit “normalen” Senioren vergleichen, ebenso wenig wie mit Alkoholabhängigen.
“Ein großer Unterschied ist etwa, dass Alkohol zelltoxisch, sprich organschädigend wirkt, während Opiate wie Heroin oder Morphium, in reiner Form und wohldosiert keinerlei negative Auswirkung auf die Gesundheit haben”, erklärt Hans Haltmayer, Drogenarzt im Wiener “Ganslwirt”. Gemeinsam hätten beide Substanzen das hohe Suchtpotential, das bei Heroin wegen dessen Illegalität zu den bekannten Folgen führe: enormer Geldbedarf, körperliche und soziale Verwahrlosung, Überdosierung – und nicht selten früher Tod.
Als man vor 20 Jahren in Österreich die sogenannte Substitution einführte, änderte sich das: Die kontrollierte Abgabe legaler und reiner Opiate an nachgewiesenermaßen Abhängige stoppte genannte Negativfolgen weitgehend. “Wir beobachten seither das Phänomen, dass viele Abhängige nun ein ganz normales Leben mit Beruf und Familie führen und sogar ein überdurchschnittliches Körper- und Gesundheitsbewusstsein an den Tag legen”, erzählt der Wiener Allgemeinmediziner Kurt Blaas, der seit rund 30 Jahren mit Drogenpatienten arbeitet.
Quelle: www.wienerzeitung.at
Bildquelle: www.pixelio.de
Foto: pandi
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Gerd Spranger
Presse & Medien
Tags: drogen, missbrauch, schutz, Senioren, Tag hinzufügen, Therapie
