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17. September 2009Pädagogische Laien
Ausgerechnet Lehrer fürchten ein pädagogisches Laientum, wenn Senioren ehrenamtlich in den Schulen ihr Wissen weitergeben. Dabei ist hinlänglich bekannt und längst belegt, dass Lehrer selbst nur selten gute Pädagogen sind, zudem sie unter Zeit- und Lehrplandruck stehen. Führend im Bereich von „Seniorenlehrern“ dürfte das nordrhein-westfälische Schulministerium sein, das vor drei Jahren das Projekt „Senior-Experten für alle Schulen“ ins Leben gerufen hat.
Foto: D. Schütz/pixelio.de
Der Senior-Experten-Service (SES)steht dabei als Pate behilflich. Er ist eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft für internationale Zusammenarbeit und eine gemeinnützige GmbH. Seine mehr als 8.000 Senior Experten sind im aktiven Ruhestand ehrenamtlich tätig und leisten weltweit Hilfe zur Selbsthilfe. Der Focus liegt dabei auf kleine und mittlere Industrie- und Handwerksbetrieben, Organisationen oder in Kommunen.
Die „Seniorlehrer“ sehen ihr Engagement in den Schulen als äußerst sinnvoll- und sinn-machend. Ob ein promovierter Chemiker, der bei seinem ehemaligen Arbeitgeber gleich mal eine Grundausstattung für Experimente locker machte und zweimal wöchentlich einen frei gestalteten Unterricht anbietet, oder ein Maschinenbauer der das schulische EDV-System auf Vordermann brachte. Es gibt viele Beispiele von konstruktiver Zusammenarbeit, bis hinein in sportliche Aktivitäten, wie eine Schüler-AG für das Segeln oder Golfen. Der Bogen spannt sich bis zur individuellen Beratung über Lern-, Lebens- und Berufsfragen.
Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands, bezeichnet es als “die drittbeste Lösung”. Die erstbeste heiße “Lehrer einsetzen”, die zweitbeste “Sozialpädagogen oder Vereinstrainer”. Außerdem rieche das “sehr nach Sparprogramm”, man müsse “aufpassen, dass Schule nicht noch mehr entprofessionalisiert” werde.
Quelle: www.welt.de
Bildquelle: www.pixelio.de
Foto: D. Schütz
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Gerd Spranger
Presse & Medien
