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30. Juni 2010Mit Schwung in das Alter

Es ist die normalste Sache der Welt: Produkte werden für bestimmte Zielgruppen entwickelt, an sie angepasst. Sobald es aber um ältere Menschen geht, ein Produkt gar noch als seniorengerecht gilt, fällt es in der Käufergunst. Senioren wollen keine „Seniorenprodukte“. Das gilt auch für die Autoindustrie.
Das gewählte (Senioren-) Auto soll daher am liebsten Jugendlichkeit vermitteln. Dass unter dem Blech zunehmend elektronische Helfer die Fahrtüchtigkeit der Älteren verbessern und erhalten, wird dabei gern akzeptiert. Denn typische körperliche Einschränkungen des Alters machen sich beim Autofahren bemerkbar. Das Drehen des Kopfes wird schwieriger und damit z.B. das Einparken deutlich schwerer. Die Reaktionszeit lässt nach bei steigendem Risiko für Auffahrunfälle. Ganz zu schweigen vom schwungvollen Einsteigen in flotte Sportwagen.
„Solche Einschränkungen können durch die Wahl des Autos oder einer vorsichtigen Fahrweise kompensiert werden“, sagt Burkhard Gerkens vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR). Hoch im Kurs stehen ein vernünftiger Einstieg, eine sich weit öffnende Tür und hohe Sitze. Das Spektrum sollte erweitert werden mit einer guten Rundumsicht, durch Automatikgetriebe, Bremsassistenten und eine Rückfahrkamera für einfacheres Einparken. Gerkens hält Modelle wie eine Mercedes A-Klasse für einen Kompromiss, der viele der Anforderungen erfüllt.
Bei dem Zulieferer Bosch sieht man die Zukunft von Einparkhilfen noch nicht ausgereizt. Derzeit unterstützen solche Hilfen den Fahrer beim Manövrieren in die Parkbucht. In Zukunft werde es aber nicht ohne jegliches Zutun des Fahrers gehen. Bosch-Sprecher Stephan Kraus sieht die Zukunft in Systemen, die den Fahrer mehr oder minder unauffällig unterstützen und ihn vor Fehlern warnen. Beispiele dafür sind aktuelle Systeme, die beim Überholversuch darauf hinweisen, dass von hinten auf der Autobahn gerade ein schnelleres Fahrzeug heranrauscht und der Überholversuch keine gute Idee ist.
Auch der Automobilforscher Prof. Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen sieht die «kleinen Helferlein» als wichtiges Element für den nicht mehr so jungen Autokäufer. Er nennt Abstandswarner, automatische Bremssysteme für Notsituationen und Spurhalte-Assistenten als sehr sinnvoll. Fahrzeugsicherheit, besonders für ältere Fahrer, sei einer der ganz großen Trends auf dem Automarkt. In 15 bis 20 Jahren wird es nach der Prognose des Experten Autos geben, die teilweise autonom reagieren und manches Manöver vornehmen, zu dem der greise Insasse selbst nicht mehr so recht in der Lage ist.
Damit haben die Autohersteller eine potente Zielgruppe im Visier. Professor Dudenhöffer: „Ältere Menschen haben oft mehr Geld, kaufen auch mehr Autos. Je teurer ein Auto, desto älter die Zielgruppe.» Die Marken mit den im Schnitt ältesten Käufern sind nicht etwa Opel, Mazda oder Mercedes. Es sind Maybach und Bugatti, deren Kundschaft durchschnittlich 64,4 beziehungsweise 62 Jahre alt ist.
Quelle:
www.autogazette.de
Bildquelle:
www.pixelio.de
Foto: Klaus-Uwe Gerhardt
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www.seniorenland.com/news/verhinderer
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Gerd Spranger - Presse & Medien
Tags: Alter, Auto, Komfort, parken, preis, Produkte, Senioren, Sicherheit
