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16. Juni 2010Kein Führerschein für Senioren?

In der Schweiz wird aktuell wieder die Fahrerlaubnis für Senioren ab dem 70. Lebensjahr diskutiert. Es drohen, so die Zeitung „Sonntag“, landesweite Ärtzte-Checks. Über 70 Menschen starben in dem Kanton nach Unfällen, die von Senioren verursacht wurden. Damit geht jeder fünfte Unfall mit Todesfolge auf ihr Konto.
Betroffen sind rund 350.000 Schweizer Rentner. Sie sollen den Fahrausweis nur noch für zwei Jahre befristet erhalten und dann zum obligatorischen Fahrtauglichkeitstest. Auch Autoversicherer nutzen die Gunst der Stunde. So überegt die Basler Versicherung eine altersabgestufte Versicherungsprämie. Anton Scherler (79), Präsident des Seniorenverbands Nordwestschweiz, ist entsetzt: „Der obligatorische Fahrtauglichkeitstest ist eine Diskriminierung von Senioren“.
Auch in Deutschland müssen Kraftfahrer sich ab dem 60. Lebensjahr mitunter um den Erhalt ihrer Fahrerlaubnis sorgen. Kommt es zu einem Verstoß, erhält der Betroffene neben einem etwaigen Bußgeld einige Zeit später unangenehme Post von der Führerscheinstelle. Er wird aufgefordert, ein positives medizinisches und/oder psychologisches Gutachten (MPU) über seine Kraftfahrt-Eignung vorzulegen. Tut er dies nicht, hat er die Entziehung der Fahrerlaubnis hinzunehmen. Grund dafür ist, dass die strafrechtliche Verurteilung oder die Bußgeldentscheidung an das Verkehrszentralregister in Flensburg übermittelt und dort eingetragen wird.
Gerade für ältere Kraftfahrer ist es daher besonders wichtig, eine Verurteilung zu vermeiden und möglichst eine Verfahrenseinstellung zu erreichen. Das Strafprozessrecht gewährt der Justiz diverse Möglichkeiten der Verfahrenseinstellung, auf die ein Verteidiger, der nach Akteneinsicht entsprechende Anhaltspunkte findet, immer hinwirken wird. Für den älteren Kraftfahrer erweist sich die Einschaltung eines Verteidigers also als besonders lohnenswert, wenn er durch die Beendigung des Strafverfahrens ohne Verurteilung zugleich die Gefahr für seine Fahrerlaubnis umgehen kann.
Quelle:
www.sonntagonline.ch
www.straffrei-mobil.de
Bildquelle:
www.pixelio.de
Foto: Rainer Sturm
Lesen Sie mehr zum Thema:
www.seniorenland.com/news/seniorenarbeit
www.seniorenland.com/news/verhinderer

Gerd Spranger - Presse & Medien
Tags: Auto, Führerschein, kontrolle, Senioren, tödlich, Unfall, verstoß

Am 17. Juni 2010 um 09:05 Uhr
Erst letztens ist ein Auto vor mir auf die Autobahn gefahren. Statt zu beschleunigen und sich in den Verkehr einzuordnen ist er immer langsamer geworden und am Ende des Beschleunigungsstreifens stehengeblieben. Als ich an ihm vorbeigefahren bin habe ich gesehen, dass es ein alter Mann war, der mit dem Verkehrsaufkommen offensichtlich überfordert war.
Die Überprüfung der Fahrtauglichkeit ab einem bestimmten Alter finde ich daher eine gute Sache. Viele ältere Menschen sind garnicht mehr im Stande im Straßenverkehr zurechtzukommen und tun es trotzdem. Das ist sehr gefährlich und daher meiner Meinung nach keine Diskriminierung sondern nötige Sicherheitsmaßnahme.
Am 19. Juni 2010 um 19:11 Uhr
Auch für Deutschland würde ich mir wünschen Senioren mit 60, 70, 75, 80 (ab dann am besten jährlich) zu einem Führerschein-Check zu schicken. Aber die alte Menschen eine extrem wichtiger Wählergruppe sind (und in den nächsten Jahrzehnten noch wichtiger werden) wird sich da kein Politiker ran trauen.