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23. Oktober 2012Inkontinenz muss nicht zum Problem werden

Die Harninkontinenz, umgangssprachlich auch Blasenschwäche genannt, gehört zu den gefürchtetsten Alterserscheinungen. Viele Betroffene trauen sich nicht, mit ihrem Problem zum Arzt zu gehen und Hilfe zu suchen, weil sie sich schämen. Das ist schade, denn Inkontinenz muss nicht unbedingt zum Problem werden. Hilfsansätze gibt es viele

Beckenbodentraining zur Stärkung der Blase

Liegt eine Harninkontinenz vor, muss der Arzt zunächst die konkreten Gründe dafür herausfinden, um die geeignete Therapie festzulegen. Bei Frauen entsteht Inkontinenz häufig durch einen schwachen Beckenboden, d.h. die Muskulatur, die die Bauchorgane stützt und die Blase kontrolliert. Ist der Beckenboden schwach, fällt es auch der Blase schwer, ständig die Kontrolle über den Harn zu behalten. Schon leichte Belastungen wie das Tragen eines schweren Behälters, Husten oder auch Lachen führt dann dazu, dass sich die Blase teilweise entleert. Liegt eine solche Beeinträchtigung vor, hilft gezieltes Beckenbodentraining gegen Inkontinenz. Eine Behandlung mit Medikamenten ist nicht notwendig.

Operative Eingriffe bei Frauen

In manchen Fällen wird bei Frauen auch ein operativer Eingriff empfohlen, wenn Beckenbodentraining alleine nicht genügt. Dabei werden die erschlafften weiblichen Genitalorgane, die sich mit zunehmendem Alter absenken, wieder angehoben und mithilfe eines dünnen Kunststoffbandes, dem sogenannten spannungsfreien Proleneband, wieder gestrafft. Eher selten ist es notwendig, die gesamte Gebärmutter zu entfernen.

Blasenschwäche bei Männern

Genau wie bei Frauen kann bei Männern vielfach eine Besserung durch Beckenbodentraining oder ähnliche Entspannungstechniken erzielt werden. Wird die Blasenschwäche durch eine vergrößerte Prostata verursacht, kommt in der Regel eine medikamentöse Behandlung zum Einsatz.

Für Männer kommen jedoch auch zwei Operationen infrage, die die Beschwerden dauerhaft lindern können. Eher selten wird ein künstlicher Schließmuskel (Sphinkter) eingesetzt, der den Harnmuskel mithilfe einer Manschette abdichtet. Häufiger kommt die Ballon-Technik zum Einsatz, bei der zwei kleine Ballons am Übergang zwischen Harnröhre und Blase angebracht werden, die den Harndrang regulieren.

Auf die Diagnose kommt es an

Nicht immer liegt jedoch überhaupt eine Blasenschwäche vor, wenn ein Mensch auf einmal viel häufiger zur Toilette gehen muss als vorher. Daher sollte sich niemand auf die eigene Diagnose verlassen oder verschämt nur zu Einlagen oder gar Windeln greifen, sondern immer ärztlichen Rat einholen. Manchmal können auch Keime im Harn Grund für den plötzlichen Harndrang sein, die medikamentös behandelt werden müssen, akute Entzündungen im Darmbereich, Infektionen oder Blasensteine.

Nach der ersten Diagnose durch den Hausarzt erfolgt in der Regel eine Überweisung an einen urologischen bzw. gynäkologischen Facharzt, der die genaue Diagnose erstellt und die weitere Behandlung übernimmt.

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