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8. Juli 2010Fußball als Therapie
Bayerisch Gmain: Die Faszination Fußball bleibt auch nach der WM. Sie überwindet gesellschaftliche, kulturelle und politische Grenzen, im Großen wie im Kleinen. Das wurde jetzt wieder bei einem Freundschaftsspiel des WSC Bayerisch Gmain (bei Bad Reichenhall) gegen eine Mannschaft des Therapiezentrums Hallthurm (bei Berchtesgaden) deutlich. Für die aktiven und trainierten Kicker der ersten Herrenmannschaft war es ein willkommenes Trainingsspiel, für die Aktiven aus Hallthurm höchste Anforderung, dem sie mit viel Einsatz und Engagement gerecht wurden.
Foto: Gerd Spranger/ domus-mea.de
Fußball ist Therapie, erklärt Heilerziehungspflegerin Katja Hünemörder. „Unsere Patienten sind alle psychisch beeinträchtigt und nehmen regelmäßig Medikamente ein. Bei einem Spiel von zweimal 20 Minuten ist die Leistungsgrenze erreicht. Ich bin aber stolz auf mein Team, dass bis zur letzten Minute sportlichen Kampfgeist gezeigt hat.“
Vor zwei Jahren begann Katja mit den Fußballtrainings, animierte zu Sport und Bewegung. „Für Joggen konnten wir kaum jemand begeistern; Fußball kommt voll an. Wir begannen zu viert mit leichten Übungen, heute trainieren 17 Bewohner zweimal wöchentlich.“ Unterstützung fand sie bei der Heimleitung Yvonne Haupt. Sie erläutert Hintergründe zur Sporttherapie: „Körperliche Aktivität lenkt von negativen Empfindungen ab und baut Ängste und Aggressionen ab. Der Teamgeist fördert zudem das soziale Miteinander und die Angst vor persönlichem Versagen rückt in den Hintergrund.“
Zu ihrem ersten Spiel am Sonntag, den 04.07.2010, unter realen Bedingungen ‘auf großem Feld’ sind die Hallthurmer natürlich mit richtigen Trikots von Domus Mea ausgestattet worden. Den Kontakt zum WSC Bayerisch Gmain stellte die Heilerziehungspflegerin Sarah Dommenz her, deren Bruder selbst beim WSC spielt. Die Fussballherren aus Bayerisch Gmain um Trainer Frank Jost ließen sich nicht lange bitten. Mit 8 : 2 Toren war das Ergebnis mehr als eindeutig, doch was zählte war das Spiel, das sportliche Miteinander.
Katja Hünemörder: „Unsere Jungs nahmen’s gelassen und freuen sich schon auf das nächste Spiel gegen die Schönauer.“ Ihre persönliche Qualifikation für die Aufnahme in die Mannschaft müssen sie sich mit einer regelmäßigen Teilnahme an dem Training erarbeiten. „Das setzt psychische Stabilität voraus, ohne die im Sport und im Leben nichts geht“, so die Heilerziehungspflegerin. Etwa die Hälfte der Mannschaft ist in der geschlossenen, die andere im offenen Wohnbereich untergebracht. Ziel der Therapie ist es, sie über eine Außenwohngruppe wieder in ein geregeltes und selbstbestimmtes Leben zu verhelfen.
Quelle:
www.domus-mea.de
Bildquelle: domus mea
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Gerd Spranger - Presse & Medien
Tags: domus, Fußball, Gesundheit, mea, Senioren, Sport, Therapie
