4. Juli 2010Fehlzeiten für Sinnvolles

fernsehen

Eltern führen immer wieder Klage über die vielen Stunden, in denen die Kids vor dem PC sitzen, durch das Internet surfen oder die Zeit mit Onlinespielen verbringen. Senioren haben mit einem ganz anderen Medium ihre Herausforderungen. Menschen ab 65 verbringen bis zu dreimal mehr Zeit vor dem Fernseher als junge Erwachsene.

Foto: Andreas Morlok/ pixelio.de 

Zu diesem Schluss kam eine Studie der University of California in San Diego. Sie hatten dafür 3.000 US-Amerikaner zwischen 15 und 98 Jahren über ihr Medienverhalten Tagebuch führen lassen. In Europa ist die Situation etwas besser, aber nicht viel. Laut Media-Control sah die Zielgruppe ab 50 Jahren pro Tag 279 Minuten (4,5 Stunden !) fern. Die Gruppe zwischen 14 und 49 Jahren „nur“ 182 Minuten.

Der Hamburger Medienwissenschaftler Hans-Dieter Kübler erklärt: “Mit steigendem Alter nehmen die persönlichen Kontakte ab, und die Fernsehnutzung erreicht eine zentrale Funktion. Besonders alte Menschen verbinden viele Erwartungen und auch emotionale Bindungen mit diesem Medium.” Der Boom neuer Medien ist in dieser Altersgruppe bisher nur sehr abgeschwächt zu finden.

Der Schwerpunkt der US-Studie lag allerdings bei den gesundheitlichen Auswirkungen des TV-Konsums. Und das gibt Anlass zur Sorge. Während bei den jüngeren Konsumenten noch eine positive Stresslinderung einsetzt verhält es sich bei der älteren Zielgruppe anders. Bei ihnen sinkt die Lebenszufriedenheit, je länger sie täglich fernsehen. Das dürfte mit der Vernachlässigung anderer Aktivitäten wie die Pflege von Sozialkontakten oder Sport einher gehen, schätzen die Forscher um Colin A. Depp.

Quelle:
www.inside-digital.de
Bildquelle:
www.pixelio.de
Foto: Andreas Morlok

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Gerd Spranger - Presse & Medien

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2 Reaktionen zu “Fehlzeiten für Sinnvolles”

  1. Stephan

    Also ich finde das Thema ziemlich erschreckend. Zwar nicht unbedingt wegen dem Fernsehkonsum, sondern eher in der Tatsache, dass der Grund für den hohen Fernsehkonsum ja wohl vor allem in den sozialen Kontakten liegt. Und da sind dann nicht nur gleichaltrige Freunde gefragt. Sondern eben auch die Familie und da scheint es mittlerweile doch wirklich zu den wirklichen Problemen zu kommen.

    Deshalb ist es eigentlich unumgänglich: Schafft mehr Kontakte in der Familie und mehr Freizeitmöglichkeiten für Senioren! Das ist doch ein Mehrwert für alle und bestimmt schöner als stundenlang alleine vor dem Fernseher zu sitzen…

  2. Mikaela Storm

    Das kann ich völlig verstehen. Jedermann, der nichts anderes zu tun hat, wählt den Fernseher. Der Vergleich mit den Jugendlichen finde ich eine nicht so gute Idee.

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