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25. März 2010Banken und die Senioren

Das Geschäft der Banken läuft bestens abseits von Spekulationen und Finanzkrisen im Kerngeschäft der Kundenbetreuung. Natürlich sind finanzkräftige Kunden willkommene Partner, vor allem wenn sie auf den Rat der Banken, ihrer Berater, hören und nicht allzu viele Fragen stellen. Als lohnende Zielgruppe gelten dabei Senioren, die loyal bis zur Selbstaufgabe seien, so die FAZ (Frankfurter Allgemeine Zeitung).
Sie unterstellt den ‚Bankern’ provisionshungrige Verkäufer zu sein, die nach leichter und fetter Beute Ausschau halten. Würden nur einfachste Dinge wie Gebühren, Sicherheit und Verfügbarkeit hinterfragt, kämen zahlreiche Geschäfte wohl nie zustande. Dazu ein aktuelles Beispiel:
Ein vermögendes Ehepaar hatte vor zehn Jahren 200.000 Euro geerbt. Das Ehepaar entschied sich damals für eine sichere Anlage, für Bundesanleihen. Doch mittlerweile sind die Zinsen in den Keller gerutscht, der alte Betreuer ist im Ruhestand und auf seinem Stuhl sitzt ein Juniorberater. Dieser steht unter dem Druck seiner Vorgesetzten um die Vorgaben der Bank zu erfüllen. So rät er dem Ehepaar bei „lausigen“ drei Prozent Zinsen ab und empfiehlt eine neue Anlageform. Mit einem Mix aus Bausparer, einer Anlage und einen Immobilienfond würden sich deutlich bessere Geschäfte machen lassen. Zudem wäre diese Kombination ideal, böte Sicherheit, guten Ertrag sowie Rendite und steuerliche Vorteile.
Das Interesse an den Verträgen ist auf beiden Seiten groß, und wer die Gründe erfahren will, braucht nur hinter die Kulissen zu schauen. Jede Partei ist auf ihre Weise gierig. Nur wird die Bank das bessere Geschäft machen. Sie erhält für die Vermittlung des Bausparvertrages etwa 1 Prozent, für den Mischfonds gibt es 4 Prozent, und für den Immobilienfonds winken 6 Prozent. Das macht unter dem Strich rund 9000 Euro beziehungsweise 4,5 Prozent des Anlagekapitals.
Darüber machen sich die Senioren freilich keine Gedanken, weil sie nicht einmal im Traum auf die Idee kämen, dass die Erbschaft um diesen Betrag abschmelzen kann. Bei genauer Betrachtung stellt sich die Frage nach dem Sinn eines Bausparvertrages für die betagten Senioren, auch ein Mischfond geht in diese richtige Richtung. Der Finanzanalytiker Volker Looman aus Reutlingen rät vom Bausparen ab 70 Jahren ab, auch wenn Renovierungen anstehen.
Kein Kredit im Alter
Es sei sehr fragwürdig warum im Alter solche Modernisierungen auf Kredit bezahlt werden sollen. „Wer heute 70 oder 75 Jahre alt ist und kein Vermögen auf der Seite hat, muss in seinem Leben, so hart das klingt, etwas falsch gemacht haben“, so der Experte. Darum seien im Ruhestand Renovierungen des Eigenheims entweder bar zu bezahlen oder schlicht und ergreifend zu unterlassen, alles andere sei vom Übel. Ebenso rät er von Mischfonds ab, denn sie seien einfach unsicher und eher der Bank als dem Kunden dienlich. Für diese Fonds werden horrenden Gebühren berechnet im Gegensatz zu Indexfonds mit geringen Kosten. Sie seien damit die Erste Wahl.
Quelle: www.faz.de
Bildquelle: www.pixelio.de Foto: Didi01
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Gerd Spranger - Presse & Medien
Tags: Alter, anlagen, Banken, Geld, kapital, Kredit, Senioren, sparen, Versicherung
