10. August 2009Alternativen zu Pflegeheimen gesucht

wohnen
Mehr Alternativen zu herkömmlichen Pflegeheimen fordert die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ursula von der Leyen. In dem Wettbewerb “Wohnen für (Mehr)Generationen - Gemeinschaft stärken, Quartier beleben” sind jetzt die 30 Sieger ermittelt worden. Die einzelnen Projekte werden jeweils mit bis zu 100.000 Euro gefördert, also insgesamt mit fast drei Millionen Euro, so das Bundesministerium.

“Der Demografische Wandel kommt unausweichlich auf uns zu. Die meisten älteren Menschen wollen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben. Deswegen müssen wir jetzt viele kluge und praktische Ideen erproben, wie geeignete Wohnformen für ältere Menschen aussehen können. Die ausgewählten Projekte zeigen, dass es schöne und oft auch günstige Alternativen zu Pflegeheimen gibt”, so Ursula von der Leyen. “In den Wohngemeinschaften sollen sich Jung und Alt wohlfühlen, sich füreinander engagieren und alle profitieren. Ältere Menschen verfügen über enormes Lebenswissen und einen wertvollen Erfahrungsschatz, den wir nicht verschenken dürfen. Sie bieten Zeit und Rat. Die jungen Menschen wiederum können den älteren Menschen bei der Bewältigung des Alltages behilflich sein. Die gegenseitige Unterstützung und Nähe fördert den Zusammenhalt der Generationen.”

Die ausgewählten Wohngemeinschaften haben vorbildliche Lösungen für die Barrierefreiheit im Innern und bei den Außenbereichen der Gebäude gefunden. Sie sind mit ihrer Lage und den Angeboten optimal in das jeweilige Gemeindeleben integriert. Hierzu gehören gemeinsame Freizeitaktivitäten, Tage der offenen Tür, aber auch Patenschaften für pflegebedürftige Menschen und Hilfen für Menschen mit Behinderung. Alle Wohngemeinschaften bieten durchschnittlich 15 Personen Platz. Trotz der vielen Gemeinsamkeiten, zeichnen sich alle Projekte durch individuelle Besonderheiten aus: In Berlin wurde beispielweise ein leer stehendes Schulgebäude nach dem Motto “Vom Klassenzimmer zum Wohnzimmer” umgebaut. Und das Projekt in Güstrow setzt auf modernste Technik. Dort wurde das Haus so gestaltet, dass sich beispielsweise der Herd automatisch ausschaltet, wenn er nicht mehr genutzt wird.

Aktuell liegt das Alter der Menschen in den Wohngemeinschaften zwischen zwei und 75 Jahren. Ausgewählt wurden die Projekte mit Unterstützung unabhängiger Sachverständiger aus Verbraucherschutz, Seniorenorganisationen, Wissenschaft und Wohnungsverbänden. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (kfw) berät die Projekte bei der Suche nach finanzieller Unterstützung. Zudem konnte der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. als Partner gewonnen werden - er leitet zentral die Bundesmittel an die Projekte weiter und steht beratend in wohnungswirtschaftlichen Fragen zur Verfügung.

Weitere Informationen zu den 30 Projekten des Programms unter:
www.baumodelle-bmfsfj.de

Lesen Sie mehr zum Thema:
http://www.seniorenland.com/news/gesundheit/hilfe-bei-der-patientenverfuegung.html
http://www.seniorenland.com/news/politik/sozialer-abstieg-fuer-senioren.html
http://www.seniorenland.com/news/studien/mehrgenerationen-haeuser-foerdern-selbsthilfe.html

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Gerd Spranger
Presse & Medien

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